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14, 2025

Schmeckt Bio-Kaffee wirklich besser?

«Bio schmeckt nicht besser.» Diesen Satz hören wir immer wieder. Manchmal an Degustationen, manchmal im Gespräch mit Kundinnen und Kunden. Tatsächlich ist die Aussage verständlich. Denn das Bio-Label ist in erster Linie eine Aussage über die Anbaumethode und nicht über den Geschmack. Trotzdem sind wir überzeugt: Biologisch angebauter Kaffee hat das Potenzial, aussergewöhnlich gut zu schmecken. Entscheidend ist jedoch, weshalb.


Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Kaffeepflanze selbst. Kaffee wächst nicht im Supermarkt, sondern auf Feldern und Plantagen, oft in anspruchsvollen Bergregionen. Wie jede andere Pflanze reagiert auch sie auf ihre Umgebung. Ein gesunder Boden versorgt sie mit Nährstoffen, speichert Wasser und beherbergt Milliarden von Mikroorganismen. Genau dort beginnt die Qualität eines Kaffees.


In biologischen Anbausystemen steht nicht der maximale Ertrag im Mittelpunkt, sondern ein funktionierendes Ökosystem. Zwischen den Kaffeepflanzen wachsen häufig Bäume, Bananenstauden oder andere Kulturpflanzen. Diese Mischkulturen schützen den Boden vor Erosion, spenden Schatten und fördern die Artenvielfalt. Gleichzeitig entstehen natürliche Kreisläufe, in denen Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen miteinander arbeiten.


Der Unterschied ist nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Wer aber einmal über eine biologisch bewirtschaftete Kaffeeplantage gelaufen ist, spürt ihn sofort. Der Boden ist locker, dunkel und voller Leben. Man hört Vögel, sieht Insekten und entdeckt Pflanzen, die auf einer Monokultur keinen Platz hätten.


Auf konventionellen Plantagen wird häufig anders gearbeitet. Um möglichst hohe Erträge zu erzielen, wachsen oft ausschliesslich Kaffeepflanzen auf grossen Flächen. Pflanzenschutzmittel und Herbizide helfen dabei, Krankheiten und Unkraut zu kontrollieren. Kurzfristig kann das hohe Erträge ermöglichen. Langfristig leidet jedoch häufig die Bodenqualität. Ein ausgelaugter Boden bringt keine gesunden Pflanzen hervor – unabhängig davon, um welche Kultur es sich handelt. Genau deshalb glauben wir, dass guter Kaffee bereits im Boden entsteht.


Natürlich wäre es falsch zu behaupten, Bio-Kaffee schmecke automatisch besser. Ein biologisch angebauter Kaffee kann schlecht verarbeitet oder falsch geröstet sein. Umgekehrt gibt es hervorragende konventionelle Kaffees. Der biologische Anbau allein entscheidet also nicht über den Geschmack.


Er schafft jedoch die Voraussetzungen dafür, dass eine Pflanze ihr Potenzial entfalten kann.

Die Qualität eines Kaffees entsteht aus vielen einzelnen Bausteinen. Das Klima muss stimmen, die Höhenlage spielt eine Rolle, ebenso die Kaffeesorte, der Erntezeitpunkt, die Verarbeitung nach der Ernte, die Lagerung, der Transport und schliesslich die Röstung. Fehlt einer dieser Bausteine, leidet das Gesamtergebnis.


Deshalb kaufen wir nicht einfach Bio-Kaffee. Wir kaufen ausschliesslich biologisch angebauten Specialty Coffee. Specialty Coffee bezeichnet Kaffees, die nach internationalen Qualitätsstandards mindestens 80 von 100 Punkten erreichen. Bewertet werden unter anderem Aroma, Süsse, Säure, Balance, Nachgeschmack und Reinheit der Tasse. Nur ein kleiner Teil der weltweit produzierten Kaffees erreicht diese Qualität.Für uns ist genau diese Kombination entscheidend. Bio sorgt dafür, dass der Kaffee nachhaltig angebaut wird. Specialty Coffee sorgt dafür, dass er aussergewöhnlich schmeckt. Unsere Kaffees stammen aus Mexiko, Guatemala, Brasilien, Kolumbien, Tansania und Äthiopien. Alle sind biologisch zertifiziert und bis zur jeweiligen Kooperative rückverfolgbar. Wir suchen unsere Kaffees nicht nach dem tiefsten Preis aus, sondern nach ihrer Qualität und ihrer Herkunft.


Dabei erleben wir immer wieder etwas Spannendes. Viele Menschen trinken zum ersten Mal bewusst einen hochwertigen Bio-Kaffee und sind überrascht, wie unterschiedlich Kaffee überhaupt schmecken kann. Plötzlich entdecken sie Aromen von Beeren, Schokolade, Nüssen oder Steinfrüchten. Nicht weil diese künstlich zugesetzt wurden, sondern weil sie natürlicherweise in der Kaffeebohne vorhanden sind. Das zeigt, wie viel Potenzial in einer sorgfältig angebauten und gerösteten Bohne steckt. Wir glauben deshalb nicht, dass Nachhaltigkeit und Genuss Gegensätze sind. Im Gegenteil.


Je sorgfältiger mit einer Pflanze umgegangen wird, desto grösser ist die Chance, dass sie hochwertige Früchte hervorbringt. Diesen Zusammenhang kennen wir aus dem Weinbau, aus dem Obstbau oder vom Gemüse. Weshalb sollte es beim Kaffee anders sein?


Am Ende entscheidet selbstverständlich der persönliche Geschmack. Manche mögen kräftige Röstaromen, andere bevorzugen fruchtige Kaffees. Das ist völlig normal. Was wir jedoch beobachten, ist etwas anderes. Wer einmal beginnt, sich mit der Herkunft seines Kaffees zu beschäftigen, achtet plötzlich auf viel mehr als nur den Preis. Er interessiert sich dafür, wo der Kaffee gewachsen ist, wie er verarbeitet wurde und wer ihn angebaut hat. Genau dann wird Kaffee zu mehr als einem Alltagsgetränk. Er erzählt eine Geschichte. Und diese Geschichte beginnt immer im Boden.


Lüs Gedanke zum Schluss

Wenn ich heute eine Kaffeebohne anschaue, sehe ich nicht einfach ein Röstprodukt. Ich sehe einen Boden, der über Jahre gepflegt wurde. Ich sehe Menschen, die mit Geduld und Erfahrung gearbeitet haben. Ich sehe Regen, Sonne und unzählige Entscheidungen, die getroffen wurden, bevor der Kaffee überhaupt bei uns angekommen ist.


Vielleicht schmeckt Bio-Kaffee nicht automatisch besser.


Aber ich bin überzeugt, dass gesunde Böden die besten Voraussetzungen für grossartigen Kaffee schaffen. Genau deshalb kaufen wir seit dem ersten Tag ausschliesslich biologisch angebauten Kaffee. Nicht weil Bio ein Trend ist, sondern weil wir an diese Art der Landwirtschaft glauben.

Und vielleicht ist genau das das Schönste am Kaffee: Dass man Verantwortung nicht nur sehen, sondern auch schmecken kann.

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Kaffeeextraktion

Wenn man einen Kaffee zubereitet, spricht man von einer Kaffeeextraktion. Aromen und Geschmacksstoffe werden aus dem Kaffeepulver gelöst (extrahiert). Während der Extraktion werden unterschiedliche Aromen in unterschiedlichen Phasen aus dem Kaffeepulver gelöst. Am Anfang der Extraktion werden körper bildende Stoffe, Süsse und Säure gelöst.

Aufbewahrung von Röstkaffee

Weisst du wie du Kaffee am besten lagerst? Bei der Lagerung sollte besonders folgenden Adjektiven Beachtung geschenkt werden: kühl – dunkel – trocken – luftdicht

Aufbereitung

Nach der Ernte wird der Kaffee aufbereitet. Es gibt zwei Hauptmethoden und eine rare dritte Methode. Bei der trockenen Aufbereitung (im Fachjargon spricht man von „natural“ Kaffee), wird die Bohne nach dem Ernten in der Kirsche bzw. im Fruchtfleisch getrocknet. In dieser Phase nimmt die Bohne Zucker vom Fruchtfleisch auf,

Herkunft & Verbreitung

Die ersten Kaffeepflanzen wuchsen in Äthiopien. Im 13. Jahrhundert verbreitete sich der Konsum in der arabischen Welt und seit dem 16. Jahrhundert wird Kaffee in Europa genossen.

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